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Nachricht
20.06.2011

Prof. Pohlmann äußert sich zum Cyber-Abwehrzentrum

Rubrik: Mitteilung, TV

Das Cyber-Abwehrzentrum wurde als gemeinsame Plattform zum schnellen Informationsaustausch und zur besseren Koordinierung von Schutz- und Abwehrmaßnahmen gegen IT-Sicherheitsvorfälle errichtet. Unter der Federführung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und direkter Beteiligung des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) und des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat das Cyber-Abwehrzentrum bereits am 1. April 2011 seine Arbeit aufgenommen. Die drei Behörden stellen gemeinsam die zehn festen Mitarbeiter des  Cyber-Abwehrzentrums. Seit heute wirken auch das Bundeskriminalamt (BKA), die Bundespolizei (BPol), das Zollkriminalamt (ZKA), der Bundesnachrichtendienst (BND) sowie die Bundeswehr als assoziierte Behörden mit.

Siehe auch:
https://www.bsi.bund.de/ContentBSI/Presse/Pressemitteilungen/Presse2011/Eroeffnung-Nationales-Cyber-Abwehrzentrum_16062011.html

Hintergrund:

CyberWar (Krieg im Internet) wird eine immer realere Bedrohung in Form von gezielten Angriffen auf kritische Infrastrukturen und politisch-orientierte Organisationen.
Neben den DDOS-Angriffen, wie die auf Estland, sind neue intelligente Schadsoftware weitere potentielle Bedrohung des Staates.
Unter dem Namen Stuxnet wird ein Botnet mit einer qualitativ sehr hochwertigen Schadsoftware verstanden, die speziell für Produkte zur Überwachung und Steuerung technischer Prozesse (SCADA-System) der Firma Siemens entwickelt wurde.
Es wird spekuliert, dass diese Schadsoftware mit dem Ziel geschrieben wurde, die Leittechnik einer Anlage zur Uran-Anreicherung im Iran zu sabotieren.
Stuxnet hat eine neue Qualität an Schadsoftware eingeleitet, die sehr viel intelligenter ist, viel gezielter vorgeht und vor allem einen sehr viel größeren Schaden anrichten kann.
Diese Art von intelligenter Schadsoftware, wie Stuxnet, markiert den Startpunkt der Entwicklung von qualitativen Cyberwaffen, die Industrien und Infrastrukturen ganzer Länder lahmlegen können.
Unser gemeinsames Ziel muss sein, vertrauenswürdige Industrieanlagen und kritische Infrastruktursysteme zu entwickeln, die robust gegen intelligente Schadsoftware sind.

Das neu eingerichtete Cyber-Abwehrzentrum ist ein richtiger Schritt in die richtige Richtung. Es wird sich in den nächsten Jahren herausstellen, welches die wichtigsten Aspekte sind und wie sich die Arbeit des Cyber-Abwehrzentrums weiterentwickeln muss.

Siehe hierzu auch den Bereich in der Tagesschau:

http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=7444270

Weitere Informationen zum Thema:
http://internet-sicherheit.de/fileadmin/docs/publikationen/2011/Vertrauen2.0Prof-Pohlmann-2011.pdf

Buch: Sicher im Internet
http://www.internet-sicherheit.de/buch-sicher-im-internet"

Aktuelle Forschung im Institut für Internet-Sicherheit:
http://www.internet-sicherheit.de/forschung/aktuelle-forschungsprojekte/



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