Sicheres Social Networking
Rubrik: SicherheitstippSo schützen Sie sich vor den Gefahren des Web 2.0
Der bereits 1995 gegründete Online-Dienst „Classmates.com“, eine amerikanische Schulfreunde - Community, gilt als eines der ersten Sozialen Netzwerke im WorldWideWeb. Heutzutage sind StudiVZ, Facebook, Xing und Co. für viele nicht mehr wegzudenken – egal ob geschäftlich oder privat. Verständlich, denn sie bieten viele Vorteile: man kann sich präsentieren und vernetzen, Kontakte knüpfen und Informationen austauschen. Das „Mit-mach“-Internet birgt aber auch Risiken. Wer einige Hinweise beachtet, genießt die Vorzüge des Web 2.0 ganz ohne faden Beigeschmack.
Gehen Sie sorgsam mit Ihren persönlichen Informationen um!
Die Veröffentlichung von privaten Informationen zur eigenen Person ist der Grundgedanke und das Kernstück eines jeden Sozialen Netzwerks. Wer persönliche Informationen ins Netz stellt, muss allerdings auch damit rechnen, dass sie von anderen gefunden und sogar missbraucht werden können. Seien Sie daher nicht zu offenherzig und bedenken Sie: Das Internet vergisst nichts! Haben Sie der Öffentlichkeit erst einmal sensible Informationen über das Internet zugänglich gemacht, können diese auch Jahre später noch an anderer Stelle auftauchen. Selektieren Sie genau, welche Angaben wirklich relevant sind und ob jemand diese zu Ihrem oder dem Nachteil anderer ausnutzen könnte. Dies kann im Ernstfall nicht nur äußerst unangenehm sein, sondern auch erheblichen Schaden anrichten. Angaben wie Ihre E-Mail-Adresse, Telefonnummern oder vertrauliche Firmeninterna wie z.B. Hinweise auf Betriebssysteme, Datenbanken, Netzwerkgeräte und Applikationen sollten Sie daher auf Social Networking-Seiten vermeiden.
Schützen Sie Ihre Privatsphäre!
Die meisten Sozialen Netzwerke bieten die Möglichkeit die persönlichen Datenschutzeinstellungen an die jeweiligen Bedürfnisse des Anwenders anzupassen. So können Sie beispielsweise einstellen, dass die detaillierte Ansicht Ihrer Profilseite mit Informationen wie Ihrer privaten E-Mail-Adresse nur für diejenigen sichtbar ist, mit denen Sie auch befreundet sind. Auf diese Weise halten Sie allzu neugierige Personen davon ab zu tief in Ihr Privatleben einzutauchen. Kommerzielle Datensammler fügen nämlich nach und nach jeden Informations-Schnipsel zu einem Gesamtbild zusammen. Wenn Sie sogar Mitglied in mehreren Sozialen Netzwerken sind, lassen sich aus den Informationen auf Ihren Profilseiten und weiteren Quellen, wie Ihrer Amazon-Wunschliste, Rückschlüsse auf Ihren Charakter und Ihre Vorlieben ziehen. Zu individualisierten Datenpaketen geschnürt, werden diese Persönlichkeitsprofile hoch gehandelt und für Werbezwecke missbraucht.
Seien Sie vorsichtig bei Freundschaftsangeboten von Unbekannten!
Das Vortäuschen einer falschen Identität ist im Internet ein Leichtes. Hier braucht Ihnen Ihr Gegenüber nicht in die Augen zu schauen. Lehnen Sie daher Freundschaftsangebote von nett erscheinenden, Ihnen aber unbekannten Personen im Zweifelsfall lieber ab. Besser ist es nur Angebote von Menschen anzunehmen, die Sie auch außerhalb der virtuellen Welt kennen. So behalten Sie die Kontrolle darüber, wer Ihr Profil sehen und Kontakt zu Ihnen aufnehmen darf.
Wählen Sie ein sicheres Passwort!
Machen Sie Unbefugten den Zugriff auf Ihr Profil so schwer wie möglich. Wer als Passwort Geburtstage, den Namen des Partners oder der Kinder wählt, macht Hackern das Leben leicht. Größtmögliche Sicherheit bieten Kennwörter, die keiner erkennbaren Systematik unterliegen und mindestens zehn Zeichen lang sind. Verwenden Sie Groß- und Kleinbuchstaben, sowie Ziffern und Sonderzeichen. Ein sicheres Passwort ist zum Beispiel "g1Kq2&w?9!". Achten Sie außerdem darauf, sich wieder richtig auszuloggen, insbesondere wenn Sie sich an einem Computer anmelden, der von mehreren Personen genutzt wird.
Halten Sie Ihre Sicherheitssoftware auf dem neuesten Stand!
Phishing-Betrüger suchen ihre Opfer gerne in Social Networks. Über Links auf ihrer Profilseite versuchen sie unvorsichtige User auf eine von ihnen präparierte Website zu locken und dort zur Eingabe von wertvollen persönlichen Daten, wie zum Beispiel dem Passwort für das Soziale Netzwerk, zu verleiten. Zudem infizieren Phishing-Seiten Ihren PC häufig mit sogenannter Malware, also Schadprogrammen wie Viren, Würmern und Trojanern. Ist der Zugang und damit auch die Kontrolle zu Ihrem Account erst einmal erlangt, lässt sich damit erheblicher Schaden anrichten. Schützen können Sie sich zum einen durch gesundes Misstrauen: Ignorieren Sie Links von Unbekannten und überprüfen Sie die Adresszeile Ihres Browsers bevor Sie Ihre Log-in-Daten eingeben. Halten Sie zum anderen Ihr Betriebssystem immer auf dem neuesten Stand und aktualisieren Sie Ihr Virenschutzprogramm und Ihre Firewall regelmäßig.
Eine weitere Gefahr ist das so genannte Clickjacking, oder zu Deutsch: die Entführung eines Mausklicks. Dazu überlagert ein Angreifer seine eigene Webseite mit einer für den Anwender unsichtbaren Webseite. Beim Klicken auf einen dargestellten Button der Seite des Angreifers, klickt der Anwender unwissend auf ein Element – zum für den Download eines Programms, das sich an der gleichen Position befindet, jedoch das augenscheinliche Element überlagert. So kann es zum Beispiel passieren, dass Sie der vermeintlich harmlose Klick auf den Button, zum Installieren einer Erweiterung in Ihrem Social Network-Account führt. Diese kann der Angreifer anschließend verwenden, um Informationen auszuspähen oder unwissentlich Schadprogramme auf Ihrem PC herunterzuladen. Schützen können Sie sich, indem Sie für Ihren Firefox-Browser eine Erweiterung namens „NoScript“ installieren. Wenn Sie den Internet Explorer verwenden, ist der Schutz vor Clickjacking zwar prinzipiell ab Version 8 integriert. Dies gilt allerdings nur für Webseiten, deren Webmaster einen Schutzmechanismus gegen Clickjacking serverseitig aktiviert hat.
Quelle: www.it-sicherheit.de











