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MITASSIST

Psychische Erkrankungen spielen laut OECD die Hauptrolle bei Erwerbsminderungen und
Frühberentungen. In Deutschland fehlt angesichts der hohen Zahl psychischer Erkrankungen, allen
voran Depressionen ( 6 Mio. Betroffene in Deutschland) und Angststörungen, häufig eine effektive
Behandlung im häuslichen Alltag. Die Folge dieser Lücke in der Behandlung ist eine Verlängerung
der Erkrankungsdauer, subjektivem Leidens, der Arbeitsunfähigkeit und sozialer Invalidierung.
Daher besteht in Deutschland ein enormer Bedarf für die Behandlung von psychischen
Erkrankungen außerhalb der stationären Versorgung. Das MITASSIST System soll diese
Versorgungslücke zwischen stationärer Behandlung und ambulanter Therapie schließen. Es
ermöglicht mit Hilfe interaktiver körpernaher Medizintechnik die Nutzung erwiesenermaßen
wirksamer Behandlungsmethoden außerhalb der räumlichen Begrenzung der stationären Behandlung im natürlichen Umfeld der Patienten.

Dazu werden, durch ein am Unterarm in Form einer Manschette getragenes Gerät, kontinuierlich multimodale Daten (z.B. Bewegungsmuster, Aktionsradius, Schlafprofil, Laktat) erfasst und ausgewertet. Über ein neuartiges taktiles Feedbacksystem erhält der Patient bei vordefinierten therapierelevanten Ereignissen intuitiv erfassbare Hinweise zur Verhaltensänderung. Diese Erweiterung der therapeutischen Interventionen in den Alltag des Patienten wird durch eine neuartige Sensoranordnung mit einem Modell zur Klassifikation von motorischen Aktionen möglich. Beispielsweise folgen in typischen krankhaften Zuständen - z.B. bei depressionsbedingter Inaktivität und Stress - Feedbacks zur Unterbrechung und therapeutischer Verhaltensänderung. Aufgrund der erhobenen Daten unterstützt MITASSIST zudem die Verlaufsdiagnostik und kann entsprechende Handlungsempfehlungen des Arztes an den Patienten übermitteln.

Kern der Forschung am Institut für Internet-Sicherheit von MITASSIST ist die Analyse der generierten Daten und Anwendungsumgebung hinsichtlich des Datenschutzes und der Sicherheit. Es werden weiterhin unterschiedliche Sicherheitskonzepte entwickelt, evaluiert und schlussendlich im Demonstrator umgesetzt. Das Projekt läuft über drei Jahre.

Die Konsortialpartner neben dem if(is) sind:

Cagnazzo Matteo

Telefon: +49 (0) 209 95 96 697

Raum: A4.1.05

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