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Mobile Zahlungssysteme

Telekom MyWallet / Vodafone SmartPass / O2 Wallet / E-Plus Mobile Wallet

Alle vier genannten Systeme arbeiten auf vergleichbare Art und Weise. So kooperieren die Mobilfunkbetreiber mit einem Kreditkartennetzwerkbetreiber – meist MasterCard oder Visa – und einem Inhaber einer E-Geld-Lizenz. Letztere ist notwendig, da es sich bei keinem der Anbieter um ein Kreditinstitut im klassischen Sinne handelt und diese nach der Europäischen Richtlinie 2000/46/EG mit elektronischem Geld umgehen.

MyWallet, als Dienst der Deutschen Telekom, kooperiert mit click&buy, einer Telekom-Tochter, die eine Lizenz zur Ausgabe und Verwaltung von E-Geld in Großbritannien hält, und MasterCard. Nachdem der Dienst 2012 zunächst in Polen startete, ist er seit Anfang Mai 2014 auch in Deutschland verfügbar.

Bereits Ende 2013 startete Vodafone seinen Service SmartPass in Kooperation mit der Wirecard AG, die über ihre Tochter Wirecard Bank AG eine deutsche Vollbanklizenz hält, und Visa zunächst in Spanien. Seit Anfang 2014 wird der Dienst nun auch in Deutschland angeboten.

E-Plus kooperiert, genau wie Vodafone, mit der Wirecard AG, verwendet aber statt des payWave-Systems von Visa das PayPass-System von Maestro. Maestro ist ein Dienst von MasterCard, über den Debitkarten angeboten werden. Da Maestro zu MasterCard gehört kann mit der E-Plus Mobile Wallet an allen PayPass-fähigen Akzeptanzstellen gezahlt werden.

Der spanische Telekommunikationsanbieter Telefónica bietet über seine Marke O2 die O2 Wallet an. Auch hierbei handelt es sich um eine Maestro Card, die durch mpass und somit durch die Wirecard Bank AG ausgegeben wird.

Neben den, durch den Dienst ausgegebene Karten, planen alle Anbieter auch die Einbindung anderer Karten. So kündigt O2 beispielsweise in seinen FAQ zur O2 Wallet an, künftig auch Visa- und American Express-Karten zu unterstützen. Außerdem sehen alle Pläne der Netzbetreiber auch die Integration von Kundenkarten, Fahrscheinen, sowie Eintrittskarten für Veranstaltungen und Gutscheinsystemen vor.

Grundlage für alle Dienste bilden somit das PayPass-System von MasterCard bzw. payWave von Visa über das die Bezahl Vorgänge abgewickelt werden. Gemein ist ebenfalls allen Systemen, dass die Netzbetreiber lediglich eine App für Smartphones bereitstellen, über die die Zahlungen verwaltet werden können. Voraussetzung für die Nutzung ist jedoch eines der durch den Netzbetreiber freigegebenen Smartphone-Modelle mit einer durch den Netzbetreiber bereitgestellten Firmware. Im Falle der Deutschen Telekom werden derzeit 18 Smartphone-Modelle unterstützt, während mit dem System von O2 gerade einmal zwei Modelle kompatibel sind. Somit ist der Dienst nur für Kunden nutzbar, die Kunden des jeweiligen Netzbetreibers sind und ihr Smartphone direkt über den Netzbetreiber erworben haben. Die Telekom selbst gibt an, das MyWallet dadurch für mehr als zwei Millionen ihrer Kunden nutzbar ist.

Alle Kunden, die kein kompatibles Endgerät besitzen, haben die Möglichkeit einen NFC-Sticker anzufordern, auf dem die Kreditkartendaten hinterlegt sind, um diesen zum Bezahlen zu verwen-den. Ein Bezahlvorgang über den Sticker entspricht der Zahlung mit MasterCard PayPass bzw. Visa payWave und wird im Folgenden nicht weiter betrachtet. Wird der Sticker auf einem Smartphone angebracht, dass auch NFC unterstützt, so kann dies zu Problemen bei der Zahlung führen, da die Zahlungsterminals den Vorgang abbrechen, sobald mehr als ein NFC-Sender in den Empfangsbereich des Terminals kommt.

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Für die Nutzung wird eine spezielle SIM-Karte des Netzbetreibers, NFC-SIM genannt, benötigt. Diese enthält ein Secure Element auf dem die Daten einer virtuellen Kreditkarte gespeichert sind. Die rund 1,3 MB Speicherplatz dieses Elementes dient der verschlüsselten Speicherung der Kreditkarten- und Transaktionsdaten, aber auch für andere Karten. Diese Daten können, laut E-Plus, nur über einen gesicherten Kanal durch den Netzbetreiber beschrieben werden.

Der Bezahlvorgang selbst läuft wie bei PayPass bzw. payWave ab, wobei das Handy die Kredit-karte simuliert. Zunächst startet der Kunde die App seines Anbieters mit seiner PIN und beginnt dann den Bezahlvorgang auf seinem Gerät, indem er die entsprechende Schaltfläche wählt. Nun wird der NFC-Chip aktiviert und reagiert erst jetzt auf Anfragen des Lesegeräts. Beträge bis 25,- € können ohne jegliche Authentifizierung bezahlt werden. Bei größeren Summen ist eine Autorisierung der Zahlung mittels PIN notwendig.

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