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Aufbau des Internets

Ein Autonomes System ist ein Netz aus Routern und Teilnetzen und untersteht einer einzigen administrativen Instanz. Diese Netze, die sich in Größe und räumlicher Ausdehnung immens unterscheiden, handeln absolut autonom, d.h. sie werden unterschiedlich und vollkommen unabhängig voneinander verwaltet. Das bedeutet z.B., dass sie eine unabhängige Strategie haben, wie sie mit Hilfe von Routing-Protokollen die Kommunikation der IP-Pakete in ihrem Netz organisieren.

Die physikalischen Leitungen, die das Netz mit Hilfe von Routern bilden sind meistens so ausgelegt, dass die reale Bandbreite nicht mehr als 50% der theoretischen Bandbreite ausmacht. Damit nun ein Autonomes System vollständig und redundant in das Verbundnetz Internet integriert ist, sorgt der Betreiber für möglichst viele unterschiedliche Verbindungen zu anderen Autonomen Systemen, um aktiv am Verbund Internet teilhaben zu können.

Dabei verfolgt jeder Provider unterschiedliche Strategien, abhängig vom Kerngeschäft des Unternehmens und der Größe und Ausdehnung des Autonomen Systems.Unterschieden wird dabei zwischen zwei grundlegenden Verbindungs-Typen: Transit und Peering. Regional begrenzte AS sind auf Verbindungen zu großen nationalen und globalen AS angewiesen. In diesem Fall schließt ein regionaler Provider ein Transit-Abkommen mit einem Provider nationaler, europäischer oder globaler Ausdehnung ab. Dabei zahlt er für sein aufkommendes Datenvolumen. Anders ist dies bei einer Peering-Vereinbarung. Dabei treffen zwei Provider ein Abkommen, kostenneutral Daten zwischen ihren Netzen auszutauschen. Hierbei handelt es sich um ein so genanntes Private-Peering. Beim Peering wird nur der Verkehr der Autonomen Systeme selbst und der Kunden des AS ausgetauscht.

Ein Autonomes System erlaubt im Regelfall z.B. keinen Durchgangsverkehr von einem Peering-Partner zu seinem Transit-Provider. Diese Einstellungen können die Provider vorab durch Richtlinien (Policies) beim Routing festlegen. Das Zustandekommen einer Peering-Vereinbarung ist abhängig von vielen Faktoren und die Provider gehen mit unterschiedlichsten Standpunkten in die Verhandlungen. Dabei versuchen sie ihre eigene Größe und Stärke zu nutzen. Die entscheidende Frage ist immer „Wer zahlt an wen?“. Die Provider möchten für möglichst geringe Kosten eine qualitativ hochwertige Dienstleistung für ihre Kunden erbringen. Das Peering ist dabei meist eine Vereinbarung von Partnern auf Augenhöhe Andererseits ist es auch möglich, dass große Provider mit kleineren Providern peeren, da sie sich einen wirtschaftlichen Vorteil durch dieses Abkommen erhoffen. Zur Absicherung existieren in den Peering-Verträgen meist Vereinbarungen über maximale Datenvolumen, welche in die jeweilige Richtung geschickt werden.

Eine andere Möglichkeit ist ein Peering an einem Internet Exchange Point (IXP), wie dem DE-CIX oder anderen regionalen und europäischen Internetaustauschpunkten. Hier spricht man dann von einem Public-Peering. Beim Public-Peering können mehrere Peering-Vereinbarungen über eine physikalische Anbindung erstellt werden.

AiconViewer: Der Aicon Viewer bietet eine Recherche nach Autonomen Systemen und deren Verbindungen anhand AS-Nummer oder AS-Name. Generiert Ranking der Autonomen Systeme und bietet weitere statistische Auswertungen.

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