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Dr. Rainer Baumgart

Die Anforderungen steigen

Was macht den Masterstudiengang Internet-Sicherheit an der Westfälischen Hochschule so besonders?

Dr. Rainer Baumgart: Die Qualität der Ausbildung und der hohe Praxisbezug sind entscheidend. Die Forschung ist anwendungsorientiert ausgelegt und führt dazu, dass die Studierenden das Erlernte unmittelbar in Projekten umsetzen können. Wir als Unternehmen profitieren davon, wenn wir sehr gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen können. Eine wichtige Rolle spielt auch der regionale Aspekt. Die Westfälische Hochschule in Gelsenkirchen ist ein lokaler Partner und die Nähe erlaubt es, dass Studierende bei uns Praktika absolvieren oder wir sie als studentische Mitarbeiter im Bachelor oder Master einstellen können. Damit lernen wir potenzielle Kandidaten für unser Unternehmen früh kennen und ein fachlicher Austausch wird gefördert. Diese Campusnähe zwischen Essen und Gelsenkirchen ist daher nicht unerheblich. 

Was sind die entscheidenden Vorteile dieser Ausbildung?

Dr. Rainer Baumgart: Für uns ist wichtig zu wissen, womit sich die Hochschule, allen voran das Institut für Internet-Sicherheit, beschäftigt. Eine große Rolle spielt auch die enge Abstimmung mit Prof. Pohlmann. Wir tauschen uns immer wieder über bedarfsorientierte und aktuell relevante Thematiken aus. Im Zuge der rasanten Vernetzung gewinnt IT-Sicherheit immer mehr an Bedeutung. Gleichzeitig wird IT-Sicherheit immer vielfältiger. Eine solide Ausbildung ist in unseren Kundensegmenten daher mehr denn je gefragt. So können wir den Forschungs- und Entwicklungsbedarf abstecken und langfristige Entwicklungen und Trends verfolgen. 

Wie sind die Karrierechancen für die Absolventen?

Dr. Rainer Baumgart: Die Anforderungen steigen, weshalb auch die Qualifikationen Schritt halten müssen. Vor 15 Jahren war es ausreichend, sich in eine Thematik hineinzulesen. Das ist heute nicht mehr möglich. Die Komplexität und die Qualität der Ausbildung muss sich stetig weiterentwickeln, technische Anpassungen und Curricula erweitert werden. Heute wird mehr Fachwissen gefordert. 

Neben der fachlichen Qualifikation ist im Hinblick auf Karrierechancen Selbstbewusstsein nötig. Es kommt vor allem auf Belastbarkeit und Teamfähigkeit an. Die Leute, die mit diesen Eigenschaften und Fertigkeiten in eine neue Gruppe kommen, haben schnell Chancen, komplexere Tätigkeiten zu managen und weitere Aufgaben zu übernehmen. Zum Beispiel haben wir bei secunet einen Studenten aus dem Bachelor Studiengang als studentischen Mitarbeiter beschäftigt. Dieser hat die Chance genutzt und bei uns nachhaltig Eindruck hinterlassen. Wir wollten ihn unbedingt in unserem Unternehmen haben und stellten ihn schon während des Studiums ein. Jetzt macht er parallel seinen Master bei Prof. Pohlmann. Diese Dualität erfordert zwar ein hohes Maß an Belastbarkeit, aber darauf nehmen wir Rücksicht. 

Wir gehen häufig diesen Weg und bieten Studenten die Gelegenheit bei uns zu arbeiten. So erhalten Sie während des Studiums Einblick in die Arbeitswelt und wir können neue Mitarbeiter für unser Unternehmen begeistern. Schließlich stehen die Mitarbeiter bei uns im Fokus und wir sehen schnell: „Das passt zusammen“. 

Welche Rolle spielt dieser direkte Bezug zur Wirtschaft durch Projekte und Anwendungsgebiete?

Dr. Rainer Baumgart: Eine entscheidende Rolle. Die meisten Studierenden verfolgen das Ziel mit ihrem Wissen und ihrer Ausbildung in der Wirtschaft zu arbeiten. Mit einer anwendungsorientierten Ausbildung werden sie auf ihre spätere Rolle vorbereitet und genießen entscheidende Vorteile gegenüber anderen Bewerbern. Auch bietet eine Tätigkeit als studentische Hilfskraft eine bessere Chance später im Unternehmen zu arbeiten – zudem ist sie eine attraktive Referenz. 

Das Ergebnis einer erfolgreichen Vernetzung zwischen Wirtschaft und Forschung ist das Start-up finally safe mit der IT-Sicherheitstechnologie spotuation. In Zusammenarbeit mit dem if(is) ist hier ein Unternehmen entstanden, das die secunet finanziert. Wir sehen also einen direkten Bezug zwischen Wirtschaft und Praxisprojekt. Natürlich ist ein solches Projekt mit einem Risiko verbunden, aber wir setzen darauf, weil hier mutige, innovative Leute am Werk sind, die man fördern muss. Das zeigt auch, dass aus Projekten an der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen neue Technologien oder auch Produkte entstehen können, die die Marktreife erreichen. 

Warum sollte eine fundierte wissenschaftliche Ausbildung mit praxisnahen Forschungsthemen und Anwendungsgebieten verknüpft werden?

Dr. Rainer Baumgart: Grundsätzlich halte ich den wissenschaftlichen Anspruch an Hochschulen für sinnvoll. Dabei geht es um fundierte, forschungsorientierte Kenntnisse und Grundsatzfragen. Dennoch sollte die Dualität von Praxisforschung und wissenschaftlicher Forschung weiterbestehen. Hier geht es darum, nicht nur kurzfristig zu denken, sondern langfristige Ergebnisse zu fördern. Das Modell praxisnah und umsetzungsorientiert steht der Industrie näher. Doch wir dürfen nicht vergessen, dass die Situation in der IT-Sicherheitsbranche sich stetig verändert. Durch die rasante Entwicklung ist Weiterbildung nötig, die auf einer guten methodischen Basis aufsetzen muss. Wer weiß denn, ob unsere jetzige Technologie in zehn Jahren noch relevant ist? 

Wie verläuft der Einstieg für Absolventen im Bereich IT-Security?

Dr. Rainer Baumgart: Bei der secunet meldet im Normalfall ein Unternehmensbereich Personalbedarf an, weil er beispielsweise wächst. Daraufhin wird eine Personalbeschaffungsmaßnahme mit Stellenausschreibungen eingeleitet. Nach dem Bewerbungs- und Auswahlverfahren kommt der neue Mitarbeiter in ein Team hinein und übernimmt schnell erste Aufgaben. Dabei unterstützt ein reger Austausch unter den Mitarbeitern ihn in der Einarbeitungsphase. 

In Projekten bietet sich die Chance, Know-how aufzubauen, Wissen zu vertiefen und seine eigenen Themenschwerpunkte auszuweiten. Im Zuge der Qualifizierung des Mitarbeiters kommen verantwortungsvollere Aufgaben hinzu. Zum Beispiel haben wir vor etwa vier bis fünf Jahren einen Mitarbeiter – ebenfalls von der Westfälischen Hochschule – eingestellt. Dieser Mitarbeiter hat sehr, sehr schnell komplexere Aufgaben und Verantwortung übernommen. Mittlerweile gehört er zur Führungsmannschaft bei der secunet. Klar, ein bisschen Glück gehört dazu, wenn beispielsweise ein Posten vakant wird und der passende Kandidat sofort bereitsteht. Das typische Karrieremodell sieht eine Beratertätigkeit als Start vor, danach kommt eine Senior Position und schließlich die Position des Teamleiters. Der weitere Weg hängt von zusätzlichen Qualifikationen ab. 

In welchem Bereich bewegen sich die Einstiegsgehälter?

Dr. Rainer Baumgart: Die Einstiegsgehälter sind individuell und richten sich nach der Qualifikation. Ein Mitarbeiter mit höheren Qualifikationen erwartet ein höheres Einstiegsgehalt. Das Gehalt bei uns besteht aus einem Festgehalt und einem variablen Anteil. Dieser richtet sich nach individuellen Zielen und damit fördern wir auch die persönliche Entwicklung. Natürlich ist das Gehalt auch standortabhängig: Ein Mitarbeiter in München hat ein anderes Gehalt als ein Mitarbeiter in Essen, was nicht zuletzt an den Lebenshaltungskosten liegt. 

Der Mitarbeiterführungsgedanke ist bei uns ganz wichtig. Dazu gibt es regelmäßige Gespräche zwischen Führungskräften und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Damit gibt es auch eine Plattform für Feedback und Kritik, die eine große Rolle spielt, wenn es um Motivation und Fairness bei den Mitarbeitern geht. Im Gespräch werden auch die persönlichen Leistungen besprochen und bewertet, was sich wiederum im variablen Anteil des Gehalts auswirkt.

Warum ist gerade ein Abschluss an der Fachhochschule ein gutes Sprungbrett in die IT-Sicherheitsbranche?

Dr. Rainer Baumgart: Diese Frage lässt sich in drei Punkten zusammenfassen. Erstens: Die Absolventen sind qualifiziert und fit für den Job. Zweitens: Die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Hochschule ermöglicht einen regen Erfahrungsaustausch und eine bedarfsgerechte Ausbildung. Drittens: Die regionale Nähe. 

Über secunet
secunet ist einer der führenden deutschen Anbieter für anspruchsvolle IT-Sicherheit. Mehr als 380 Experten konzentrieren sich auf Themen wie Kryptographie, E-Government, Business Security und Automotive Security und entwickeln dafür innovative Produkte sowie hochsichere und vertrauenswürdige Lösungen. Zu den mehr als 500 nationalen und internationalen Kunden gehören viele DAX-Unternehmen sowie zahlreiche Behörden und Organisationen. secunet ist IT-Sicherheitspartner der Bundesrepublik Deutschland und Partner der Allianz für Cyber-Sicherheit. 

secunet wurde 1997 gegründet und erzielte 2015 einen Umsatz von 91,1 Millionen Euro. Die secunet Security Networks AG ist im Prime Standard der Deutschen Börse gelistet.

Weitere Informationen finden Sie unter www.secunet.com.

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