Geldkarte

Geldkarte

Die GeldKarte wurde in Deutschland schon 1996 mit dem Ziel eingeführt auch die Zahlung von Kleinbeträgen zu ermöglichen. Sie ist Bestandteil vieler Debitkarten, beispielsweise bei den Sparkassen, kann aber auch separat als White Card erworben werden. Erkennbar sind Sie immer anhand des GeldKarten-Logos, welches auf der Karte aufgedruckt ist. Die Deutsche Kredit-wirtschaft, die die GeldKarte verantwortet, sieht sie als „elektronische Geldbörse“, die vorrangig dem Kleingeldersatz dienen soll. Bis 2011 wurden rund 89 Millionen GeldKarten ausgegeben, auf die im selben Jahr aber nur 41,3 Millionen Transaktionen entfielen.
Über beide Wege, Debitkarte und White Card, erhält der Kunde eine Prepaid-Karte, die mit Beträgen bis 200,- € aufgeladen werden kann. Die Aufladung erfolgt dabei entweder an einem Geldautomaten, einem gesonderten Ladeautomaten oder über Barzahlung. Alternativ kann die Karte auch von zu Hause aufgeladen werden. Voraussetzung hierfür ist mindestens ein einfaches Kartenlesegerät der Klasse.
Das GeldKarten-System ist ein rein deutsches System, so dass Zahlungen mit der GeldKarte ausschließlich in Deutschland möglich sind. Auch wenn in anderen Ländern ähnliche Systeme, wie beispielsweise Quick in Österreich oder Chipknip in den Niederlanden, existieren, so sind diese doch nicht kompatibel zueinander (17).
Das Bezahlen mit der GeldKarte ist für den Kunden recht einfach gehalten: Er legt die Karte vor, die von einem Terminal eingelesen wird (Schritt 1). Dieses übermittelt den Zahlbetrag an die Karte des Kunden (Schritt 3) und des Händlers (Schritt 2), auf der der verfügbare Betrag entsprechend verringert bzw. erhöht wird. Außerdem speichert die Karte des Kunden die letzten 15 Transaktionen mit Umsatz, Datum und Händlerterminalnummer. Der Kunde muss sich nicht authentifizieren und der Händler benötigt keine Online-Abfrage der Daten, so dass eine Bezahlung schnell und einfach durchzuführen ist.
Mit dem Kassenschluss übermittelt der Händler alle bis dahin nur auf seiner Karte gespeicherten Transaktionen an seine Evidenzzentrale (Schritt 4). Die übermittelten Transaktionsdaten enthalten mindestens die Karten-ID, die Uhrzeit und die Höhe der Transaktion sowie die Identität des genutzten Kartenterminals. Die Evidenzzentralen sind für die Abwicklung sowie die Prüfung der Transaktionen von GeldKarten zuständig und verrechnen diese mit den einzelnen Teilnehmern am System.
Die Händlerevidenzzentrale gibt zum einen die Summe der Gutschriften an die Bank des Händlers weiter (Schritt 5), die diese dem Konto des Händlers gutschreibt, und zum anderen gibt sie die Transaktionen an die Kundenevidenzzentrale weiter (Schritt 6). Diese führt für jede Karte ein Schattensaldo, auf dem hinterlegt ist, welches Guthaben eine Karte derzeit aufweist. Außerdem nimmt die Kundenevidenzzentrale eine Lastschrift auf dem Börsenverrechnungskonto des karten ausgebenden Instituts vor (Schritt 7). Hierfür wird diesem die Summe aller Bezahlungen mitgeteilt.
Ablauf einer Transaktion mit der Geldkarte
Als das Einkaufen im Internet zu Beginn des 21. Jahrhunderts ein immer größerer Markt wurde, kam die Idee auf, das Bezahlen mit der GeldKarte auch im Internet zu ermöglichen. Der Bezahlvorgang selbst orientierte sich dabei stark an der Bezahlung am Point-of-Sales: Der Kunde benötigt ein Kartenlesegerät mit der passenden GeldKartenSoftware, wobei die Klasse des Geräts keine Rolle spielt. Der Händler benötigt einzig ein digitales Zertifikat mit dem er sich gegenüber dem Kunden identifiziert.
Die Bezahlung erfolgt indem der Kunde innerhalb des Shops die GeldKarte als Bezahlart wählt. Daraufhin erstellt das Shopsystem eine virtuelle Rechnung, die über den Computer des Kunden an das Lesegerät gesendet wird. Nachdem die GeldKarte in das Lesegerät eingelegt wurde, zeigt es den Rechnungsbetrag an und wartet auf eine Bestätigung des Kunden. Ist die Bestätigung erfolgt, wird sie verschlüsselt an den Händler übertragen, der die entsprechenden Umsätze an seine Bank und die Evidenzzentrale weiterreicht. Dieses Verfahren fand allerdings keinen großen Anklang, so dass es mittlerweile wieder eingestellt wurde. Eine Nutzung der GeldKarte im Internet ist damit nicht mehr möglich.